Violetta de Strozzi wurde am 28. April 1896 unter dem Namen Ljubica Oblak in Sarajewo geboren, dem Zentrum der damaligen österreich-ungarischen Provinz Bosnien. Ihr Vater, Franz Oblak, war ein hoher Beamter des habsburgischen Verwaltungsapparates.
Nach Studien in Zagreb, unter anderem bei der prominenten Milka Ternina, und Wien debütierte sie 1918 an der Oper in Zagreb. 1922 ging sie an das Opernhaus in Breslau, wo sie, mittlerweile mit dem Schauspieler und Schriftsteller Tito de Strozzi verheiratet, unter dem Namen Violetta de Strozzi aufzutreten begann. Im September 1924 wurde sie an die Berliner Staatsoper engagiert. Dort sang sie die großen Rollen ihres Faches – Tosca, Aida, Leonore, Salome, Ariadne – und gab Gastspiele in Wien, Dresden, Paris, Prag und Rom.
Die nationalsozialistische Machtübernahme schien für sie zunächst folgenlos zu bleiben, erhielt sie doch noch im September 1933 einen neuen Vertrag. Doch im Februar 1934 teilte ihr Generalintendant Tietjen mit, dass im „Einvernehmen mit Herrn Operndirektor Dr. Furtwängler […] nicht die Absicht“ bestehe, ihren laufenden Vertrag zu verlängern. Der Grund für die plötzliche Ablehnung lag in de Strozzis familiären Verhältnissen: Die Sängerin hatte 1928 in zweiter Ehe den jüdischen Mediziner Curt Engelmann geheiratet und galt daher als „jüdisch versippt“.
Das Paar floh im Juli 1934 aus Deutschland und emigrierte in die USA, wo Violetta de Strozzi zunächst noch an die Metropolitan Opera in New York engagiert wurde. Doch dieses Engagement endete bereits 1935. In den folgenden Jahren gelang es der Sängerin offenbar nicht mehr, an ihre Karriere anzuknüpfen. Am 23. März 1981 ist Violetta de Strozzi in New Milford, Connecticut, gestorben.
1896 Sarajewo
1981 New Milford, Connecticut