Am 20. August 1907 in Wien geboren und in Ungarn aufgewachsen, erhielt Rose Book ihre Ausbildung am Wiener Konservatorium bei Viktor Fuchs. 1925 debütierte sie an den Städtischen Bühnen in Nürnberg, bevor sie 1926 an das Staatstheater Mainz wechselte und von 1927 an für fünf Jahre ans Opernhaus von Breslau engagiert wurde. Gastspiele führten sie nach Wiesbaden und Berlin sowie ins europäische Ausland. 1932 wurde sie an das Hamburger Stadttheater verpflichtet.
Für die örtliche NS-Presse war dieses Engagement ein Ausweis der „einseitigen Cliquenwirtschaft derer um Sachse“, also des Direktoriums der Oper um den jüdischen Intendanten Leopold Sachse, die mit der Einstellung der „schiache[n] Jüdin“ Rose Book die angebliche Zerstörung der „deutschen“ Kultur vorantrieben.
Die Karriere der Sängerin in Deutschland war mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 beendet, ihr Engagement wurde zum 31. Juli 1934 aufgelöst. Rose Book indes hatte sich von dem drohenden Berufsverbot nicht einschüchtern lassen und war bereits seit 1933 im Hamburger Jüdischen Kulturbund aufgetreten, der einzigen Arbeitsmöglichkeit für die von den Bühnen vertriebenen jüdischen Künstler. Sie engagierte sich dort bis 1935, ging aber bereits 1934 ans Deutsche Theater in Prag und absolvierte außerdem Gastspiele in Brünn und Wien. Im Oktober 1938 wurde auch ihr Vertrag in Prag gekündigt, ebenfalls wegen ihrer jüdischen Herkunft.
1939 floh Rose Book aus Europa und emigrierte in die USA, wo sie zunächst für Exilanten-Organisationen wie den German-Jewish Club tätig war. Ab 1940 trat sie an der New Yorker Metropolitan Opera auf, verletzte sich aber im Dezember 1943 bei einem Sturz während der Aufführung von Rimskij-Korsakows „Der goldene Hahn“ so schwer, dass sie für einige Jahre nicht auftreten konnte. Nach Kriegsende tourte sie durch Frankreich, Italien, die Schweiz, Belgien und Skandinavien und trat in verschiedenen Städten in den USA auf. Später lebte sie als Gesangspädagogin zusammen mit ihrer Schwester Johanna Book, die ebenfalls Opernsängerin gewesen war, in New York. Dort ist Rose Book im Jahr 1995 gestorben.
1907 Wien
1995 New York