Am 17. Februar 1889 in Leipzig geboren, studierte Richard Engländer Klavier, Orgel, Cello, Komposition und Musikwissenschaft in Leipzig und Berlin sowie Musikwissenschaft, Germanistik und Geschichte in Leipzig, Berlin und Bonn, bevor er seine Studien 1916 mit einer musikhistorischen Promotion abschloss. Während des Ersten Weltkriegs als Soldat eingesetzt, wirkte er ab 1919 in Dresden als Pianist, Kapellmeister, Dirigent, Musiklehrer und Publizist sowie von 1922 bis 1926 als Korrepetitor der Semperoper und Assistent von Generalmusikdirektor Fritz Busch. 1926 wurde er Dozent für Musikgeschichte an der Orchesterschule der Staatskapelle, an der zahlreiche Musiker der Semperoper seit 1923 den künstlerischen Nachwuchs ausbildeten.
Die Machtübernahme 1933 beendete Engländers Karriere in Deutschland: Als Jude war er plötzlich ungeeignet, „die Musik von Richard Wagner und Mozart zu interpretieren“. Zwar war er als „Frontkämpfer“ des Ersten Weltkrieges zunächst vor der Entlassung geschützt, doch im August 1935 galt auch das nichts mehr: Engländer wurde „mit sofortiger Wirkung“ entlassen.
Der Künstler blieb zunächst in Dresden und arbeitete als privater Musiklehrer. Als die Situation jedoch durch wiederholte Verhöre und nach einer Verhaftung 1939 lebensbedrohlich wurde, floh er im Mai 1939 völlig mittellos ins schwedische Exil. Dort gelang es ihm, sich eine neue Karriere aufzubauen: Er arbeitete als Musiklehrer, hielt Vorträge und lehrte ab 1948 an den Universitäten von Uppsala in Schweden und Aarhus in Dänemark. Zudem trat er als Komponist und Musikwissenschaftler hervor. Am 16. März 1966 ist Richard Engländer in Uppsala gestorben.
1889 Leipzig
1966 Uppsala