Am 21. 1. 1882 in Halle (Saale) als Paul Paege geboren, begann der Schauspieler seine Bühnenlaufbahn 1900 am Hoftheater Meinigen und kam nach Stationen in Naumburg, Rudolstadt und Freiberg 1908 an das Deutsche Theater in Berlin. 1913 wechselte er an das Dresdner Hoftheater, wo er bald zu einem beliebten Charakterschauspieler avancierte und unter anderem in zahlreichen zeitgenössischen Stücken zu sehen war: in Gerhart Hauptmanns Bearbeitung von Hamlet und in Rose Bernd, in Fritz von Unruhs Stück Bonaparte, in Hans Christoph Kaergels Andreas Hollmann und Hanns Johsts Schlageter. Neben seiner künstlerischen Tätigkeit engagierte sich Paulsen als Gewerkschafter und wurde 1919 Obmann der Bühnengenossenschaft für Sachsen.
1908 hatte Paul Paulsen – noch unter seinem bürgerlichen Namen Paege – die am 7. März 1885 in Bonn geborene Schauspielerin Rosalie Johanna Heimann geheiratet, die einer jüdischen Familie entstammte. Aus diesem Grund musste er 1933 seine Ämter an den Bezirksobmann der Bühnengenossenschaft, Alexis Posse, abtreten. 1934 wurde er jedoch zunächst wieder als Obmann eingesetzt. Nach der Verschärfung der Judenverfolgung durch die „Rassegesetze“ 1935 wurde Paulsen als „jüdisch versippt“ aus der nationalsozialistischen „Reichstheaterkammer“ ausgeschlossen. Da die Mitgliedschaft in dieser Zwangsorganisation Voraussetzung für die Betätigung als Schauspieler war, hatte Paulsen fortan Berufsverbot. Es gelang aber der Intendanz, für ihn beim „Propagandaministerium“ eine jederzeit widerrufbare „Sondergenehmigung“ zu erwirken. So konnte er bis zum Ende der NS-Zeit im Ensemble verbleiben.
Paul Paulsen wirkte auch nach Kriegsende am Dresdner Theater: Von 1945 bis 1947 als stellvertretender Generalintendant und Verwaltungsdirektor und anschließend bis zu seiner Pensionierung als Schauspieler. In den 1950er Jahren trat Paul Paulsen auch in Produktionen der DEFA auf, so in Kurt Maetzigs propagandistisch inszenierter Thälmann-Biographie und im Historienfilm „Thomas Müntzer“, bei dem Martin Hellberg Regie führte. Am 29. Juni 1963 ist Paul Paulsen in Dresden gestorben. Auch seine Ehefrau überlebte Krieg und Verfolgung: Sie starb am 24. Mai 1947 in Bad Gottleuba bei Dresden.
1882 Halle (Saale)
1963 Dresden