Nach der Machtübernahme 1933 begannen auch im technischen Personal der Dresdner Staatstheater die Vertreibungen, die sich jedoch nur noch bruchstückhaft rekonstruieren lassen. Zudem arbeiteten viele technische Angestellte sowohl am Staatsschauspiel wie an der Semperoper. Die Forschungsergebnisse zu anderen Theatern zeigen jedoch, dass die Kündigungen im technischen Personal 1933 zum größten Teil aus politischen Gründen erfolgten. Die freiwerdenden Stellen wurden häufig mit NSDAP-Mitgliedern besetzt.
Am 20. März 1899 in Dresden geboren, arbeitete Otto Tischer seit 1929 als Handwerker bei den Staatstheatern. Weil der gelernte Tischler seit 1920 der SPD angehörte, wurde er am 17. Mai 1933 als „politisch unzuverlässig“ entlassen und bis Juli 1933 inhaftiert. Es folgten zwei Jahre Arbeitslosigkeit und Polizeiüberwachung, bevor ihn 1935 ein Rüstungsbetrieb anstellte. Von 1946 bis 1956 arbeitete er als technischer Angestellter wieder am Staatstheater. Otto Tischers weiterer Lebensweg ist unbekannt.
1899 Dresden