Am 13. November 1887 in Posen geboren, debütierte Otto Bernstein 1906 am Schillertheater in Berlin und wechselte 1909 ans Stadttheater Hildesheim. 1911 ging er an das Neue Theater in Frankfurt am Main, 1914 kam er nach Dresden an das Königliche Schauspielhaus, das spätere Albert-Theater. 1915 war er am Leipziger Schauspielhaus engagiert, wurde dann jedoch zum Militär eingezogen. Nach Kriegsende spielte er 1919 zunächst an der Berliner Volksbühne, bevor er 1921 nach Dresden zurückkehrte. Hier wirkte er als Regisseur, Schauspieler und Rezitator an den privaten Theatern der Stadt: 1921/22 am Albert-Theater, 1924/25 am Neuen Theater, 1926/27 an der Komödie und 1927/28 erneut am Albert-Theater. Der „geistreiche Regisseur“ inszenierte unter anderem Friedrich Schillers Maria Stuart, František Langers Lustspiel Das Kamel geht durch das Nadelöhr und Einakter von Arthur Schnitzler. Er arbeitete als Schauspiellehrer und trat gelegentlich auch als Rezitator am Staatsschauspiel auf.
Da für die privaten Dresdner Theater kaum Quellen überliefert sind, bleiben Otto Bernsteins berufliche Stationen zwischen 1928 und 1933 ungewiss. Die Machtübernahme 1933 bedeutete das Ende seiner Karriere, denn Otto Bernstein war Jude. Mit seiner Ehefrau, der am Dresdner Staatsschauspiel entlassenen Schauspielerin Jenny Schaffer-Bernstein, ging er nach Berlin. Dort konnte er nur noch im Kulturghetto des Jüdischen Kulturbundes auftreten. Zwischen 1933 und 1941 spielte und inszenierte er für den Kulturbund in Berlin, Dresden, Leipzig, Chemnitz, Plauen und Danzig. Am 26. Februar 1943 wurde Otto Bernstein zusammen mit seiner Ehefrau von Berlin in das Konzentrationslager Auschwitz deportiert und dort ermordet.
1887 Posen
1943 Auschwitz (Konzentrations- und Vernichtungslager)