Olga Pewny wurde am 28. Juli1872 im serbischen Pančevo geboren, das damals zu Österreich-Ungarn gehörte. Sie erhielt ihre musikalische Ausbildung zunächst durch ihre Schwester Irene Pewny, eine bedeutende Opernsängerin, und studierte anschließend am Raff-Konservatorium in Frankfurt am Main. 1890 debütierte die Sopranistin an der Leipziger Oper als Pamina in der Zauberflöte, widmete sich dann aber zunächst in Paris erneut ihrer Ausbildung. 1893 ging sie gemeinsam mit ihrer Schwester in den USA auf Konzerttournee, an deren Ende ein Engagement an die Metropolitan Opera in New York stand. Olga Pewny gehörte von 1893 bis 1895 und dann wieder von 1898 bis 1900 zum Ensemble der Met, wo sie sich ein Repertoire an Wagner-Rollen erarbeitete: Sie trat als Elisabeth und als Venus in Tannhäuser auf und war als Stimme des Waldvogels, als 3. Norn, als Woglinde, Helmwige und Gutrune im Ring des Nibelungen zu hören. Zwischen ihren Engagements in New York war sie von 1895 bis 1898 ans Hoftheater in Darmstadt verpflichtet worden und hatte zudem Gastspiele an anderen deutschen Opernhäusern gegeben.
Nach ihrer Rückkehr aus den Vereinigten Staaten wurde sie 1902 zum einzigen Mal nach Bayreuth eingeladen. 1904 beendete sie nach ihrer Heirat mit dem Breslauer Rechtsanwalt Jacques Schäfer ihre Bühnenkarriere, wirkte aber noch bis zu Beginn der 1930er-Jahre als Gesangspädagogin in Breslau.
Wie das Ehepaar die nächsten Jahre verbrachte, lässt sich nur noch bruchstückhaft rekonstruieren: Olga Pewny und Jacques Schäfer waren Juden. Während Schäfer am 21. Februar 1937 starb, verliert sich Olga Pewnys Spur in diesem Jahr. Ihr weiteres Schicksal ist bislang ungeklärt.
1872 Pančevo (Pantschowa)