Minnie (bürgerl.: Minna) Ruske-Leopold wurde als jüngste von sechs Töchtern des Pferdehändlers David Leopold und seiner Ehefrau Betty im hessischen Nidda geboren. In Berlin erhielt sie ihre musikalische Ausbildung bei der Sopranistin Emmy Burg-Raabe, bevor sie, noch unter ihrem Mädchennamen Minnie Leopold, Ensemblemitglied am Stadttheater Nürnberg wurde. Anschließend wechselte sie für eine Spielzeit an das Stadttheater Heidelberg. Von 1914 bis 1924 gehörte sie zehn Jahre lang zum Ensemble des Großherzoglichen Hof- und Nationaltheaters von Mannheim, bevor sie in der Spielzeit von 1925/26 an der Berliner Städtischen Oper wirkte. Danach widmete sich die Sängerin ihrer Gastspielkarriere: Sie trat an der Berliner Staatsoper, der Dresdner Semperoper, am Grand Théâtre von Genf und in Amsterdam auf. 1927 und 1928 sang sie bei den Bayreuther Festspielen. Im Dezember 1921 hatte die Künstlerin den Verlagsbuchhändler Karl Ruske geheiratet und seither den Namen Ruske-Leopold geführt.
Die nationalsozialistische Machtübernahme 1933 beendete die Karriere der jüdischen Sängerin in Deutschland. Fünf Jahre später entschloss sich Minnie Ruske-Leopold zur Flucht ins Exil und bestieg am 7. Oktober 1938 im französischen Cherbourg den Schnelldampfer Bremen. Das Passagierschiff verkehrte im Linienverkehr zwischen Bremerhaven und New York und transportierte zu dieser Zeit zahlreiche Menschen, die sich auf die Flucht vor der NS-Verfolgung begeben hatten. Am 12. Oktober 1938 erreichte sie New York.
In den USA scheint es ihr nicht gelungen zu sein, an ihre Karriere anzuknüpfen, so dass sie nur noch gelegentlich bei von Immigranten veranstalteten Veranstaltungen auftrat. Minnie Ruske-Leopolds weiteres Schicksal ist unbekannt.
1891 Nidda