Die Schauspielerin Mine Corinth wurde unter dem Namen Wilhelmine Corinth am 13. Juni 1909 als Tochter des prominenten Malers Lovis Corinth und seiner Ehefrau, der Malerin Charlotte Berend-Corinth, in Berlin geboren. Sie studierte zunächst an der Akademie der Künste in Berlin, wandte sich dann aber der Schauspielerei zu und nahm Unterricht bei der prominenten Schauspielerin Ilka Grüning, zu deren Schülerinnen auch Lilli Palmer gehörte.
1931 debütierte Mine Corinth an den Städtischen Bühnen Hannover, 1932 wechselte sie nach Darmstadt. Hier spielte sie viele kleinere Rollen, etwa in Joseph von Eichendorffs Die Freier oder Gerhart Hauptmanns Rose Bernd.
Als Kind einer jüdischen Mutter galt Mine Corinth der nationalsozialistischen Ideologie zufolge als Mischling 1. Grades. Am 28. Juni 1933 wurde sie daher zum Ende der Spielzeit entlassen. Ihre Versuche, unter Verweis auf die Leistungen ihres Vaters beim preußischen Ministerpräsidenten Hermann Göring eine Ausnahmegenehmigung zu erlangen, scheiterten: „In Hessen“, so teilte ihr der neu eingesetzte Intendant Rolf Prasch im August 1933 mit, sei „eine Ausnahme auch in Ihrem Falle nicht möglich“. Die Karriere der Schauspielerin war damit beendet.
Mine Corinth heiratete den in Hamburg lebenden Ingenieur Hanns Hecker und zog in die Hansestadt, wo sie zusammen mit ihm und den drei gemeinsamen Kindern die NS-Zeit überstand. 1948 emigrierte sie mit ihrer Familie nach New York, wo sie zunächst in einem Betrieb zur Herstellung von Lampenschirmen arbeitete.
Nachdem ihre erste Ehe gescheitert und ihr zweiter Ehemann 1962 verstorben war, heiratete sie 1965 den Operntenor und Tänzer Russel Palin. Gegen Ende der 1960er Jahre übernahm sie die Verwaltung des künstlerischen Nachlasses ihrer Eltern. Am 31. Mai 2001 ist Mine Corinth in New York gestorben.
1909 Berlin
2001 New York