Bereits mit 17 Jahren ging der am 24. Januar 1874 in Wien geborene und dort ausgebildete Max Marx (bürgerlich: Max Marcus) zur Bühne. Zunächst nur als Schauspieler tätig, trat er aufgrund seiner stimmlichen Begabung bald auch als Bassist in Operetten auf. Darüber hinaus konzentrierte sich sein Repertoire im Schauspiel bereits früh auf die Komödie. Erste Engagements führten ihn an Theater in Wien, Sarajewo, Olmütz (heute Olomouc in Polen), Salzburg und Berlin. 1895 ging er als Operettensänger nach Breslau (heute Wroclaw in Polen), 1903 zurück nach Wien. Von 1904 bis 1912 wirkte Marx als Schauspieler und Operettensänger erneut an verschiedenen Berliner Theatern und begann Regie zu führen. 1912 wurde er als Schauspieler, Sänger und Regisseur an das Stuttgarter Hoftheater verpflichtet. Es folgten äußerst erfolgreiche Jahre, in denen Marx nahezu täglich vor allem in komischen Rollen auf der Bühne stand. Durch seine Mitwirkung in Operetten war er dem Publikum außerdem auch als Sänger bekannt. Nach zehnjährigem Engagement wurde er zum Staatsschauspieler des Württembergischen Landestheaters ernannt.
Seit den 1920er Jahren wurde Marx als Jude wiederholt angegriffen, wobei seine Rollen etwa in Wiener Komödien dazu beitrugen, das Stereotyp des etwas plump, träge und verschmitzt wirkenden Wiener Juden über seine künstlerische Darbietung hinaus auf ihn selbst zu projizieren. Seit 1930 nahmen die Diffamierungen zu: Bei den Nazi-Krawallen gegen das Stück Schatten über Harlem wurde er auf offener Bühne niedergebrüllt. Zur selben Zeit erhielt die Intendanz Beschwerden wegen angeblicher künstlerischer Defizite des „Juden Marx“. Empfindlich geworden, glaubte er sich auch von der Theaterleitung als Künstler zurückgesetzt: er protestierte dagegen, dass er nur auf komische Rollen festgelegt und als Regisseur übergangen werde.
Ende März 1933 wurde Marx vom neuen Kultusminister Christian Mergenthaler gekündigt, obwohl der Intendant noch Anfang des Monats eine Verlängerung seines Vertrages beantragt hatte. Nach mehreren erfolglosen Einsprüchen gegen seine Entlassung ging Marx spätestens im Oktober des Jahres nach Wien zurück, wo er 1934/35 an den Kammerspielen engagiert war. Ein im Oktober 1934 während einer Vorstellung erlittener Schlaganfall ließ ihn gelähmt zurück, so dass er sich aus der Öffentlichkeit zurückziehen musste. Am 12. November 1939 ist Max Marx in Wien gestorben.
1874 Wien
1939 Wien