Das technische Personal des Hessischen Landestheaters Darmstadt wurde in einer systematischen Aktion von allen als feindlich angesehenen Personen gesäubert. Dazu wurde am 12. Juni 1933 zunächst den Arbeitern und Angestellten ohne Angabe von Gründen zum 31. Juli 1933 gekündigt und in den folgenden Wochen jeder auf seine politische Vergangenheit und Abstammung hin überprüft. Die von einem politischen „Bereinigungsausschuss“ als jüdisch oder politisch missliebig eingestuften Mitarbeiter wurden nicht wieder eingestellt.
Am 26. Mai 1883 in Darmstadt geboren, arbeitete Marie Körmer als Garderobiere am Hessischen Landestheater Darmstadt. Am 31. Juli 1933 verlor sie ihre Anstellung aus politischen Gründen: Sie war Mitglied der SPD und des Betriebsrates gewesen und hatte noch nach der nationalsozialistischen Machtübernahme die NSDAP kritisiert. Auch habe, wie Denunzianten berichteten, „ihr Schwiegersohn vor dem 5. 3. 1933 ihre Wohnung nicht betreten“ dürfen, weil „er SA-Mann war.“ Als ihr Fall im Dezember 1933 noch einmal überprüft wurde, griff die NSDAP-Kreisleitung diese Vorgänge noch einmal auf und bekräftigte, die Entlassung müsse auch deshalb „aufrecht erhalten werden, da an Stelle der Frau K. eine alte Parteigenossin in Arbeit gekommen ist.“ Marie Körmer überlebte die NS-Diktatur. 1968 ist sie in Darmstadt gestorben.
1883 Darmstadt
1968 Darmstadt