Maria Ranzow wurde unter dem bürgerlichen Namen Maria Ranzenberg in Wien geboren. Ihre Ausbildung erhielt sie bei musikalischen Größen wie Mattia Battistini, Luise Reuss-Belce und Jean de Reszke. Sie feierte ihr Debüt nicht wie bisher angenommen 1912 in ihrer Heimatstadt Wien, sondern bereits vier Jahre zuvor in New York: An der Metropolitan Opera betrat sie am 18. November 1908, damals noch unter dem Künstlernamen Mary Randa, als Rossweiße in Die Walküre erstmals die Bühne. Bis 1909 folgten zahlreiche weitere Auftritte in New York sowie Gastspiele in Philadelphia und Chicago. Vom Beginn ihrer Karriere an konzentrierte sie sich auf Wagner-Rollen, sang aber auch kleinere Solopartien in Falstaff oder Tosca.
1911 setzte sie ihre internationale Karriere als Mitglied der Nellie Melba Opera Company bei einer Tournee durch Australien und Neuseeland fort. Erst 1912 kehrte sie nach Wien zurück, wo sie ein Engagement an der Hofoper annahm. Hier kreierte sie 1914 die Kundry im Parsifal – ihre Paraderolle. In den Folgejahren gab Maria Ranzenberg Gastspiele an der Wiener Volksoper, am Hoftheater Braunschweig und an der Semperoper in Dresden, bevor sie 1917 ein festes Engagement am Hoftheater von Dessau annahm. In diesen Jahren erweiterte sie ihr Repertoire um weitere Wagner-Partien wie die Senta, die Elisabeth, die Isolde und die Brünnhilde.
1925 wurde Maria Ranzenberg erstmals zu den Bayreuther Festspielen eingeladen, weitere Auftritte folgten 1927 und 1928. Die Sängerin stand dem Hause Wagner zwar nahe, kritisierte aber vor ihrem Debüt in Bayreuth die antisemitische Werbung des „Alldeutschen Verbandes“ für die Festspiele, die durch Patronatsscheine finanziert werden sollten: Juden waren von deren Erwerb ausgeschlossen. Siegfried Wagner distanzierte sich offiziell von dieser Praxis und bestritt, von der Sache etwas gewusst zu haben.
1930 kehrte Maria Ranzow an die New Yorker Metropolitan Opera zurück, wo sie weiterhin als Wagner-Interpretin Erfolge feierte. Nach dem Ende ihrer Bühnenkarriere wurde sie eine angesehene Musikpädagogin in Stuttgart, später verlegte sie ihren Wohnsitz zurück nach Wien. Nach der Annexion Österreichs verließ sie, wahrscheinlich aus politischen Gründen, 1938 ihre Geburtsstadt. Sie emigrierte in die USA, wo sie weiter als Gesangslehrerin wirkte. Maria Ranzow starb am 4. November 1953 in New York.
1886 Wien
1953 New York