Geboren am 7. Dezember 1893 in Wien als Tochter des liechtensteinischen Industriellen Zdenko Hussa und seiner Frau Bertha, ließ sich Maria Hussa in ihrer Heimatstadt bei Elise Elizza und Simon Arnold Greve, ihrem späteren Ehemann, zur Sängerin ausbilden. Sie debütierte 1917 an der Wiener Volksoper, bevor sie 1918 an die dortige Hofoper – die spätere Staatsoper – engagiert wurde. Von 1921 bis 1923 gehörte die Sopranistin dem Ensemble des Grazer Opernhauses an und wechselte anschließend an die Berliner Staatsoper. 1927 wurde sie ans Hamburger Stadttheater verpflichtet. Am 7. Oktober 1927 sang Maria Hussa dort die Titelpartie in der Uraufführung von Erich Wolfgang Korngolds Das Wunder der Heliane. Ernst Krenek widmete ihr daraufhin 1928 seinen Monolog der Stella für Sopran und Orchester. Zudem gastierte sie regelmäßig an der Wiener Staatsoper und bei den Festspielen von Zoppot und trat auch an der Dresdner Semperoper sowie in Barcelona und Den Haag auf.
Bereits im Sommer 1932 trug sich Maria Hussa offenbar mit der Absicht, nach Wien zu wechseln. Das Hamburger Tageblatt, die lokale NSDAP-Zeitung, kommentierte dies mit der höhnischen Frage, warum sie „noch hier gehalten wird“ und suggerierte, dass „persönliche Cliquenwirtschaft im Stadttheater immer noch an Stelle des Leistungsprinzips“ stehe. Ob ihr, wie das Hamburger Tonkünstler-Lexikon behauptet, 1933 ein Auftrittsverbot wegen ihres jüdischen Ehemannes erteilt wurde, ist nicht nachweisbar: 1933/34 trat sie noch in Dresden und Düsseldorf auf. Sicher ist nur, dass sie nach der nationalsozialistischen Machtübernahme ab Sommer 1933 nicht mehr zum Ensemble der Hamburger Oper gehörte.
Maria Hussa und ihr Ehemann gingen zurück nach Wien, wo die Sängerin an der Staatsoper und am Theater an der Wien auftrat. Doch die Annexion Österreichs im März 1938 zwang das Paar zur Flucht. 1938 emigrierten beide in die USA, wo Hussa an das Chicagoer Opernhaus verpflichtet wurde, 1940 aber auch an der Metropolitan Opera in New York auftrat und als Gesangspädagogin arbeitete. 1948 sang sie noch einmal an der Wiener Staatsoper, ab 1949 unterrichtete sie in Sommerkursen am Mozarteum in Salzburg. Am 19. April 1980 ist Maria Hussa in Chicago gestorben.
1893 Wien
1980 Chicago