Am 10. Juni 1905 in Leipzig geboren, debütierte die Mezzosopranistin 1928 als Sängerin und Schauspielerin am Stadttheater Freiburg, spielte 1931 am Theater am Schiffbauerdamm in Berlin und wechselte im selben Jahr als Opernsängerin an die Semperoper Dresden. Ihr „frische[s], kecke[s] Spiel“ voll „charmanter Koketterie“ machte sie beim Publikum beliebt: als Adele in Johann Strauss’ Die Fledermaus, als Alexis in Jacques Offenbachs Die Insel Tulipatan und als Viola in Arthur Kusterers Was ihr wollt im Schauspielhaus. Neben ihrer Dresdner Tätigkeit wirkte sie seit 1932 am Großen Schauspielhaus in Berlin als Operettensoubrette, gastierte am Theater an der Wien und trat in Filmen auf.
Die Machtübernahme der NSDAP beendete ihre Karriere in Deutschland: Noch kurz zuvor im Schauspielhaus in der Titelrolle von Erich Waschnecks Die göttliche Jette gefeiert, wurde die Sängerin zum 31. Juli 1933 entlassen – Maria Elsner war Jüdin und hatte sich außerdem der Resolution des Ensembles gegen den vertriebenen Generalmusikdirektor Fritz Busch verweigert.
Da sie in Deutschland keine Berufsperspektive mehr hatte, ging Maria Elsner zunächst nach Wien, wo sei eine kurze Ehe mit dem aus politischen Gründen verfolgten Schriftsteller Ödön von Horváth einging. Anschließend wechselte sie ans Neue Deutsche Theater in Prag und 1935 zurück nach Wien, wo sie im Theater an der Wien spielte. Es folgten Gastspiele in Amsterdam, bis ihr schließlich die Ausreise ins sichere englische Exil gelang: 1937 trat sie im West End Theatre in London auf, 1939 lebte sie gemeinsam mit ihrem zweiten Ehemann, dem aus Wien stammenden Großhändler Johann W. Pless, im Londoner Stadtteil Kensington. In London feierte sie in den folgenden Jahren Erfolge an der Stage Door Canteen und im Stoll Theatre und arbeitete außerdem bei der BBC.
1947 heiratete sie den britischen Industriellen John Fisher, der eine wesentliche Rolle bei der Rettung alliierter Truppen aus Dünkirchen gespielt hatte. Am 7. November 1983 ist Maria Elsner in Windermere gestorben.
1905 Leipzig
1983 Windermere