Margarethe Düsedau wurde am 30. Mai 1916 in Dresden geboren. Ihr Vater war der 1886 geborene Geiger Erich Düsedau, der von 1919 bis zu seinem Tod 1929 Mitglied der Sächsischen Staatskapelle war. Ihre Mutter war die 1880 im ungarischen Békéscsaba geborene Antonie Düsedau, geborene Weiß.
Margarethe Düsedau besuchte als Jugendliche die Orchesterschule der Staatskapelle und wurde am Cello ausgebildet. Als nach der nationalsozialistischen Machtübernahme 1933 die Schüler des Instituts „rassisch“ überprüft wurden, musste Margarethe Düsedau 1935/36 die Schule verlassen: Als Tochter einer jüdischen Mutter galt sie der nationalsozialistischen Rassenlehre zufolge als „Mischling ersten Grades“.
Während Margarethe Düsedaus jüngerer Bruder Hellmuth, der ebenfalls die Orchesterschule verlassen musste, 1937 in die USA emigrierte, scheint Margarethe Düsedau in Deutschland geblieben zu sein. Wie sie die Verfolgung und den Krieg überstand, ist bislang unbekannt. Ihre Mutter, Antonie Düsedau, wurde am 11. Januar 1944 von Dresden in das Konzentrationslager Theresienstadt deportiert. Sie überlebte die Haft und kehrte nach ihrer Befreiung nach Dresden zurück.
Im Februar 1946 lebten Mutter und Tochter gemeinsam in der Dresdner Stephanstraße, wo sie der Internationale Suchdienst des Roten Kreuzes ausfindig machte, da Hellmuth Düsedau in den USA mit der Suche nach seinen Verwandten begonnen hatte. „Brief vom 22. November erhalten. Antonie und Margarethe Duesedau wohlauf. Adresse Dresden N 23, Stephanstr. 81C“, lautete das erste Lebenszeichen von Margarthe Düsedau an ihren Bruder.
In den folgenden Wochen planten Margarethe und Antonie Düsedau ihre Emigration in die USA, doch scheint zunächst nur die Mutter den Plan umgesetzt zu haben: 1947 siedelte sie in die Vereinigten Staaten über. Margarethe Düsedau hingegen blieb offenbar in Deutschland und trat noch im Dezember 1957 als Cellistin bei einem Konzert mit barocker Musik im Charlottenburger Schloss auf. Erst im Oktober 1962 reiste sie von Köln aus mit dem Flugzeug nach New York, um in die USA überzusiedeln. Im darauffolgenden Jahr ließ sie sich im US-Bundesstaat New Jersey nieder, wo auch ihr Bruder Hellmuth lebte. Am 16. September 2003 ist Margarethe Düsedau in Berlin gestorben.
1916 Dresden
2003 Berlin