Louis Schuyer wurde als Sohn des Fagottisten und Komponisten Samuel Schuyer in Den Haag geboren. Nach seiner Ausbildung wirkte er als Solocellist im Orchesterverein von Haarlem und war von 1924 bis 1928 am Frankfurter Symphonieorchester ebenfalls als Solocellist engagiert. In Frankfurt war er auch in der jüdischen Gemeinde aktiv und trat bei Konzertabenden mit jüdischer Musik auf. 1927 wurde er zu den Bayreuther Festspielen eingeladen.
Von 1928 bis 1933 war Louis Schuyer Mitglied des Philharmonischen Orchesters in Stuttgart. Am 7. März 1933 blockierten Angehörige der SA und der SS den Eingang zum Rundfunkgebäude und verweigerten allen jüdischen Ensemblemitgliedern, darunter auch Louis Schuyer, den Zutritt. Wahrscheinlich noch bis 1936 wohnte er in Stuttgart, bevor er in die Niederlande zurückkehrte. Dort war er von 1937 bis zum deutschen Überfall 1940 im Städtischen Orchester von Utrecht beschäftigt. Auch seine Ehefrau, die Violinistin Eveline Schuyer-Lopez Salzedo, gehörte diesem Ensemble an.
Während der Okkupation durfte Schuyer seine Tätigkeit als Musiker nicht mehr ausüben und wurde deshalb Mitglied eines jüdischen Symphonieorchesters, das zur Joodsche Schouwburg gehörte. Diese war – in Entsprechung zum Jüdischen Kulturbund in Deutschland – ein von der Besatzungsmacht geschaffenes „Kulturghetto“ für die aus den regulären Theatern und Orchestern vertriebenen jüdischen Künstler.
Im Mai 1942 begannen die deutschen Besatzer auch in den Niederlanden mit der Deportation der Juden. Louis Schuyer und seine Frau Eveline Schuyer-Lopez Salzedo wurden ins Vernichtungslager Sobibór deportiert und dort am 11. Juni 1943 ermordet. Louis Schuyers Vater Samuel war bereits am 11. Dezember 1942 im Konzentrationslager Auschwitz ermordet worden.
1901 Den Haag
1943 Sobibor (Vernichtungslager)