Am 24. Mai 1914 in Posen als Tochter eines Arztes und einer Schauspielerin geboren, wuchs Lilli Palmer in Berlin auf, wo sie bei Ilka Grüning, Lucie Höflich und Else Schreiber zur Schauspielerin ausgebildet wurde. Sie debütierte im August 1932 am Berliner Rose-Theater und wurde noch im selben Monat mit einen Zweijahresvertrag ans Hessische Landestheater Darmstadt engagiert. Das Publikum sah sie hier unter anderem als Ottilie in Ralph Banatzkys Im Weißen Rößl, als Raka in Paul Abrahams Operette Die Blume von Hawaii und als Monika Brink in Eduad Künnekes Glückliche Reise.
Die nationalsozialistische Machtübernahme beendete Lilli Palmers Theaterkarriere: Aufgrund ihrer jüdischen Herkunft wurde sie am 31. März 1933 zunächst mit sofortiger Wirkung beurlaubt, ab dem 22. April jedoch zunächst wieder eingesetzt. Am 30. Juni 1933 folgte schließlich ihre endgültige Entlassung.
Noch im selben Jahr floh sie zusammen mit ihrer Schwester Irene nach Paris, wo beide als Tanz- und Gesangsduo „Les Sœurs Viennoises“ in Nachtclubs und Cabarets auftraten. 1934 emigrierte Lilli Palmer nach London und begann eine Karriere beim Film: 1935 spielte sie die weibliche Hauptrolle in dem Kriminalfilm Crime Unlimited. Ein Jahr später stand sie in einer Nebenrolle für Alfred Hitchcocks Film Geheimagenten vor der Kamera. 1937 spielte sie in dem britischen Erfolgsfilm The Great Barrier, der zugleich ihren Aufstieg zum Filmstar begründete.
Seit 1943 mit dem prominenten Schauspieler Rex Harrison verheiratet, ging Lilli Palmer 1945 nach Hollywood und feierte dort Erfolge etwa Fritz Langs Im Geheimdienst und Robert Rossens Oscar-prämiertem Film Jagd nach Millionen.
1954 kehrte Lilli Palmer nach Deutschland zurück, wo sie zu einem Star des Nachkriegskinos avancierte, zugleich aber auch ihre internationale Karriere vorantrieb. In den folgenden Jahren spielte sie zusammen mit Curd Jürgens und Romy Schneider, Clark Gable, William Holden und James Mason und errang zahlreiche Preise und Auszeichnungen. Zudem trat sie seit den 1970er Jahren als Schriftstellerin und Malerin hervor. Am 27. Januar 1986 ist Lilli Palmer in Los Angeles gestorben.
1914 Posen
1986 Los Angeles