Am 1. April 1901 im schlesischen Landeshut als Sohn eines jüdischen Schuhfabrikanten geboren, erhielt Kurt Prerauer schon früh Klavier- und Geigenunterricht. Er studierte Musikwissenschaft und Jura an den Universitäten Breslau und München und begann 1923 seine Laufbahn als Korrepetitor am Oldenburgischen Staatstheater. Nach einen kurzen Engagement an den Städtischen Bühnen Essen wechselte er 1925 an die Staatsoper in Berlin und avancierte binnen Jahresfrist zum persönlichen Assistenten von Generalmusikdirektor Leo Blech.
Im Juni 1933 wurde Prerauer, wie die meisten jüdischen Ensemblemitglieder, aufgrund des „Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums“ entlassen. Auch sein geplanter Einsatz bei den Bayreuther Festspielen platzte auf Betreiben der Festspielleiterin Winifred Wagner.
Prerauer floh nach England, wo er 1934 ein Engagement als Dirigent der Royal Grand Opera Company erhielt. Eine Tournee mit diesem Ensemble führte ihn noch im selben Jahr nach Australien, wo er sich niederließ: Er arbeitete in den folgenden Jahren erfolgreich für die Australian Broadcasting Corporation, schrieb für verschiedene Zeitschriften, lehrte an der Alfred Hill Academy of Music und avancierte zum Leiter der Opernschule am Sydney Conservatorium of Music. In den 1950er Jahren absolvierte er mit der Opernsängerin Marea Wolkowsky, die er 1942 geheiratet hatte, eine Reihe von Auftritten in Europa, wobei er als ihr Manager und Klavierbegleiter auftrat. In den folgenden Jahren betätigte er sich vor allem als ebenso strenger wie prominenter Kritiker und wichtiger Impulsgeber für das australische Musikleben.
Am 29. November 1967 ist Kurt Prerauer in Sydney gestorben.
1901 Landeshut/Kamienna Góra
1967 Sydney