Das technische Personal des Hessischen Landestheaters Darmstadt wurde in einer systematischen Aktion von allen als feindlich angesehenen Personen gesäubert. Dazu wurde am 12. Juni 1933 zunächst den Arbeitern und Angestellten ohne Angabe von Gründen zum 31. Juli 1933 gekündigt und in den folgenden Wochen jeder auf seine politische Vergangenheit und Abstammung hin überprüft. Die von einem politischen „Bereinigungsausschuss“ als jüdisch oder politisch missliebig eingestuften Mitarbeiter wurden nicht wieder eingestellt.
Am 21. Januar 1900 geboren, arbeitete Karl Rühl als Seitenmeister am Hessischen Landestheater Darmstadt. Nach der nationalsozialistischen Machtübernahme wurde ihm 1933 aus „politischen Gründen“ gekündigt. Ab November 1946 arbeitete er wieder am Theater.