Der Fagottist Karl Mechler wurde am 8. Januar 1873 in Würzburg geboren. Nach seinem Studium am dortigen Konservatorium und einem kurzen Engagement bei einer Luzerner Kurkapelle spielte er seit 1891 Fagott im Orchester des Hessischen Landestheaters Darmstadt. Im November 1910 wurde er zum Kammermusiker ernannt. Zudem trat er als Entwickler und Hersteller von Fagott-Rohren in Erscheinung, die von namhaften Musikern wie Simon Kovar gespielt wurden, dem ersten Fagottisten der New Yorker Philharmoniker und einflussreichen Instrumentallehrer.
Die nationalsozialistische Machtübernahme beendete Karl Mechlers Karriere: Er wurde, wie seine Kollegen Ludwig Eymann und Albert Klinge, am 21. Juni 1933 vom Kultusministerium dazu aufgefordert, aus nationalem Opfersinn vorzeitig in den Ruhestand zu gehen. Solche Zwangspensionierungen sollten die praktizierte Volksgemeinschaft demonstrieren, waren aber vor allem ein Mittel, Platz für jüngere, nach Möglichkeit nationalsozialistische Musiker zu schaffen. Seine erzwungene Pensionierung nach 42 Dienstjahren erfolgte am 1. September 1933, im Jahr 1937 wurde er noch einmal aushilfsweise beschäftigt. 1945 ist Karl Mechler in Darmstadt gestorben.
1873 Würzburg
1945 Darmstadt