Am 16. Juli 1890 in Bingen geboren, gehörte der Geiger nach dem Musikstudium seit 1915 zu den 1. Violinen im Orchester des Hessischen Landestheaters Darmstadt. Da er der rassistischen NS-Ideologie zufolge als Mischling 1. Grades – umgangssprachlich als Halbjude – galt, verlor er im Januar 1934 zunächst den Beamtenstatus und im August 1937 seine Stellung. Während des Krieges arbeitete er bei der Darmstädter Maschinenfabrik Schenck, wurde Anfang 1945 zum Volkssturm eingezogen und geriet in Gefangenschaft. 1946 kehrte er an das Darmstädter Landestheater zurück und spielte hier bis zu seiner Pensionierung im Jahr 1955. Karl Jäger ist am 30. September 1973 in Darmstadt gestorben.
1890 Bingen
1973 Darmstadt