Am 23. April 1870 als jüngstes von sechs Kindern der Eheleute Moses und Getrud Kaufmann, geb. Stock, in Sürth bei Köln geboren, schloss sich Jacob Kaufmann zunächst einem Zirkus an, mit dem er nach Hamburg gelangte. Dort heiratete er 1897 die aus der Hansestadt stammende Franziska Cohn, mit der er vier Töchter hatte. Während des Ersten Weltkriegs war er als Soldat eingesetzt und wurde mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet.
Jacob Kaufmanns berufliche Karriere lässt sich nur bruchstückhaft nachvollziehen. Spätestens 1920 hatte er sich für die Führungsposition eines Theatermeisters qualifiziert, blickte also auf eine mehrjährige Anstellung als Bühnenhandwerker und eine anschließende Ausbildung zum Theatermeister zurück. Im selben Jahr nahm er eine Stelle am Hamburger Stadttheater an, wo er als Werkstattleiter fungierte.
Im Juli 1935 wurde Jacob Kaufmann wegen seiner jüdischen Abstammung entlassen. Er engagierte sich zunächst im Jüdischen Kulturbund, wo er bis 1937 ebenfalls als Leiter der Theaterwerkstatt arbeitete. Doch die Vergütung des aus Mitgliedsbeiträgen finanzierten Kulturbundes war gering, so dass die Familie zeitweilig auf die Unterstützung der Jüdischen Wohlfahrtspflege angewiesen war. Als die Gestapo nach Kriegsbeginn damit begann, die jüdische Bevölkerung in so genannten „Judenhäusern“ zu konzentrieren, mussten auch Jacob Kaufmann, seine inzwischen pflegebedürftige Ehefrau und zwei seiner mittlerweile erwachsenen Töchter in eine solche Zwangsunterkunft ziehen.
Am 19. Juli 1942 wurde Jacob Kaufmann in das KZ Theresienstadt deportiert, wo er am 8. Februar 1943 starb. Drei seiner vier Töchter wurden im KZ Auschwitz ermordet. Seine Frau starb kurz nach der Deportation ihres Mannes und ihrer Kinder im Hamburger Israeltischen Krankenhaus.
1870 Köln
1943 Theresienstadt (Konzentrationslager)