Irma Infeld wurde am 28. Mai 1902 in Stuttgart geboren. Die Sängerin und Pianistin trat in Dresden wahrscheinlich auch am privaten Central-Theater auf. Am 22. Mai 1933 heiratete sie den aus Dresden stammenden Max Infeld.
Da sie Jüdin war, bedeutete die nationalsozialistische Machtübernahme 1933 für sie sofortiges Berufsverbot. Infeld ging nach Berlin, wo sie 1934 im Kabarettprogramm der Kleinkunstbühne des Jüdischen Kulturbundes mitwirkte. 1938 trat sie dort auch in der Operette Warum lügst Du, Chérie? auf, außerdem auf einem Kleinkunstabend des Jüdischen Kulturbundes in Dresden.
Wie Irma Infeld die Zeit des Nationalsozialismus überlebte, ist bislang nicht geklärt. Während ihr Mann Max am 12. August 1942 aus dem französischen Internierungslager Gurs nach Auschwitz deportiert und dort ermordet wurde, konnte sie ihr Leben retten und nach Kriegsende Europa verlassen: An Bord der SS Sobieski, einem Transatlantik-Dampfer, der im Linienbetrieb von Genua aus über Cannes nach New York fuhr, erreichte sie am 19. Januar 1949 die USA, wo sie von einem Freund ihres Mannes aufgenommen wurde. Sie änderte ihren Namen in Nicole Cardos, nahm die amerikanische Staatsbürgerschaft an und lebte in den 1990er Jahren in Florida. Am 10. August 1998 ist Irma Infeld in Miami gestorben.
1902 Stuttgart
1998 Miami