Die Sopranistin wurde am 8. Dezember 1903 als Sohn des Händlers Jakob Eisinger und seiner Frau Emilie in Kostel geboren, einer kleinen Gemeinde im Süden Tschechiens, die damals zu Österreich-Ungarn gehörte. Nach einem Gesangsstudium an der Akademie für Musik und darstellende Kunst in Wien debütierte Irene Eisinger 1926 am Stadttheater Basel. 1928 wechselte sie an die Krolloper, wo sie schnell zu den Stars des Ensembles gehörte und bald auch an der Staatsoper Unter den Linden auftrat. Daneben gastierte sie an verschiedenen Bühnen, darunter die Wiener Staatsoper und die Salzburger Festspiele, trat in Filmproduktionen auf und sang eine Reihe von Schallplattenaufnahmen ein.
Nach der Schließung der Krolloper erhielt Eisinger ein Engagement an der Städtischen Oper, wo sie als Jüdin kurz nach der nationalsozialistischen Machtübernahme 1933 entlassen wurde. Da sie in Deutschland nicht mehr auftreten konnte, floh sie in die Tschechoslowakei und nahm ein Engagement am Deutschen Theater in Prag an. Daneben gastierte sie in Brüssel und Amsterdam sowie im Londoner Adelphi Theatre. Zudem trat sie regelmäßig beim Glyndebourne Festival auf.
Als die politische Lage 1938 immer bedrohlicher wurde, entschied sich die Sängerin, endgültig im britischen Exil zu bleiben. Als das Glyndebourne Festival bei Kriegsbeginn geschlossen wurde, zog sie sich von der Bühne zurück und trat nur noch gelegentlich auf. Am 8. April 1994 ist Irene Eisinger im britischen Weston-super-Mare gestorben.
1903 Kostel
1994 Weston-super-Mare