Der Violinist und Komponist Hugo Löwenthal wurde in Karlsbad, dem heute tschechischen Karlovy Vary geboren. In Prag erhielt er eine Ausbildung als Cellist und Dirigent, bevor er vermutlich im Jahr 1901 nach Teplitz, dem heutigen Teplice in Tschechien, zog. Dort leitete er als Konzertmeister das örtliche Kurorchester, war festes Mitglied im „Teplitz-Schönauer Streichquartett“ und wurde 1925 an das dortige „Neue Stadttheater“ engagiert, wo er bis 1933 als Konzertmeister wirkte. 1912 wurde Hugo Löwenthal Mitglied des Bayreuther Festspielorchesters. 1938, inzwischen im Ruhestand, zog er mit seiner Frau zu ihrer gemeinsamen Tochter nach Prag.
Von dort wurde der jüdische Musiker gemeinsam mit seiner Ehefrau Regina Löwenthal am 8. Februar 1942 in das KZ Theresienstadt deportiert. Selbst unter den furchtbaren Bedingungen des Lagers komponierte Hugo Löwenthal noch Musikstücke, unter anderem die Lieder für die Schawuoth Feiertage für Violine und Harmonika. Am 13. Juni 1942 wurde er zusammen mit seiner Frau im Transport AA1 in das Gebiet um Lublin, wahrscheinlich in das KZ Majdanek, deportiert. Von den 1.000 Häftlingen des Transportes überlebte keiner. Der genaue Todesort und das exakte Todesdatum von Hugo und Regina Löwenthal sind unbekannt.
1875 Karlovy Vary (Karlsbad)
1942 Majdanek (Konzentrations- und Vernichtungslager)