Der am 28. September 1889 in Jülich geborene Hugo Hertz begann seine Bühnenlaufbahn 1924 als Schauspieler am Landestheater Sondershausen. Anschließend arbeitete er von 1926 bis 1930 als Hilfssouffleur am National-Theater in Mannheim und wirkte 1927 und 1929 auch als Souffleur bei den Heidelberger Festspielen. 1930 wurde er Souffleur am Mainzer Stadttheater, bevor er im September 1931 als Opernsouffleur an das Hessische Landestheater Darmstadt verpflichtet wurde. Dort war die Theaterleitung mit seiner Arbeit so zufrieden, dass sie ihm noch im Januar 1933 eine Weiterbeschäftigung anbot.
Doch Hugo Hertz war Jude und die nationalsozialistische Machtübernahme beendete seine Karriere in Deutschland. Am 31. März 1933 wurde er auf Weisung des hessischen Kultusministeriums beurlaubt, konnte jedoch kurz darauf seine Wiedereinsetzung erreichen, da er als Soldat am Ersten Weltkrieg teilgenommen hatte. Doch nachdem er von der SA gewaltsam zum Säubern von Hauswänden gezwungen worden war und einen Nervenzusammenbruch erlitten hatte, war die Situation für ihn nicht mehr haltbar: Am 2. Juni bat er um eine einstweilige Beurlaubung, einen Tag später erreichte ihn die Kündigung zum Ende der Spielzeit.
Hertz floh aus Deutschland und ging ans Deutsche Theater in Prag. Nach der Besetzung der Tschechoslowakei durch deutsche Truppen im März 1939 wurde er kurzzeitig inhaftiert. Wieder in Freiheit, konnte er sich im Mai 1939 mit seiner Familie nach England retten. Von Haft und Flucht schwer gezeichnet, fand er erst 1950 eine Anstellung als Musiklehrer. Hugo Hertz starb 1977 bei einem Aufenthalt in Deutschland.
1889 Jülich