Hermann Weigert wurde am 20. Oktober 1890 in Breslau als Sohn jüdischer Eltern geboren. Von 1909 bis 1911 studierte er Klavier und Dirigieren am Stern’schen Konservatorium in Berlin. Anschließend arbeitete er als Korrepetitor am Lübecker Stadttheater und anschließend als Chordirektor in Magdeburg. 1914 wurde er als Assistent des Opernchor-Direktors an die Königliche Hofoper in Berlin verpflichtet, musste diese Tätigkeit allerdings durch seine Einberufung zum Kriegsdienst unterbrechen. 1919 nahm Weigert seine Tätigkeit wieder auf und arbeitete weiter als Korrepetitor an dem nunmehr zur Staatsoper avancierten Haus. Aufgrund seiner Qualifikation leitete er in Vertretung der jeweiligen Operndirektoren zahlreiche Aufführungen und übernahm die Gesamtleitung des Probendienstes. Zusätzlich unterrichtete er seit 1924 an der Berliner Hochschule für Musik.
Nachdem er diesen Lehrauftrag bereits im Oktober 1932 verloren hatte, erfolgte im Juni 1933 seine Kündigung „aus rassischen Gründen“ an der Staatsoper.
Weigert floh mit seiner Familie zunächst ins südafrikanische Kapstadt. Weil er dort keine Anstellung fand, kehrte er kurzzeitig nach Europa zurück. In seiner Not bat er auch die Staatsoper um finanzielle Unterstützung – vergebens. 1934 folgte er einem Ruf an die Metropolitan Opera in New York, wo er für mehr als ein Jahrzehnt die musikalische Einstudierung leitete. Nach Kriegsende arbeitete er auch wieder in Deutschland: Unter anderem war er musikalischer Assistent bei den Bayreuther Festspielen und leitete im Oktober 1953 in München eine Rundfunkproduktion von Boris Godunow. Hermann Weigert starb am 12. April 1955 in New York.
1890 Breslau
1955 New York