In Den Haag geboren, erhielt Hendrik Prins in seiner Heimatstadt den ersten Unterricht auf der Violine. 1898 begann er sein Musikstudium als Schüler von Henri Petri in Dresden und setzte seine Ausbildung 1901 bei August Wilhelmj in London fort. Anschließend begann er seine Karriere als Konzertmeister an der Oper in Chemnitz und spielte später in den Orchestern von St. Petersburg, London, Altenburg und Straßburg. Am 1. November 1921 übernahm Prins ein befristetes Engagement als Konzertmeister des Orchesters der Städtischen Bühnen Hannover, die ihn schon wenige Wochen später wegen „hervorragender Leistungen“ mit einer vorgezogenen Festanstellung an das Haus verpflichteten. Kurz darauf, am 11. April 1922, wurde er deutscher Staatsbürger.
Bei den Bayreuther Festspielen hatte Prins bereits 1909 als Geiger im Orchester gespielt. 1924 bewarb er sich für die Mitwirkung an den ersten Festspielen nach Ende des Ersten Weltkrieges. Seine Bewerbung scheiterte aus einem einzigen Grund: Hendrik Prins war Jude. Bei den Beratungen um die Besetzung des Orchesters lehnte der für die Zusammenstellung des Orchesters verantwortliche Dirigent Karl Muck sein „windelweiches Gesuch“ ab und fügte hinzu: „[E]igentlich ist der Kaffer gar keine Antwort werth.“
Als 1933 die NSDAP die Macht in Deutschland übernahm, wurde Hendrik Prins Opfer des nun staatlich legitimierten Judenhasses. Durch Erlass des preußischen Innenministeriums vom 19. Dezember 1933 wurde er – gerade einmal 52-jährig – unter Berufung auf das „Berufsbeamtengesetz“ zwangspensioniert. Diese Maßnahme musste jedoch, da er durch seinen langjährigen Beamtenstatus geschützt war, widerrufen werden. Prins konnte deshalb zunächst in seiner Stellung verbleiben, bis die im September 1935 erlassenen „Rassegesetze“ die juristische Grundlage für die Entfernung der verbliebenen Juden schufen: Am 8. Oktober 1935 wurde Prins „mit sofortiger Wirkung vom Dienst beurlaubt“ und zum Jahresende mit gekürzter Rente zwangspensioniert. Arbeitslos, ohne Aussicht auf eine Anstellung in Deutschland und von den ehemaligen Kollegen gemieden, blieb Prins in Hannover, gab in seiner Wohnung weiterhin Unterricht und spielte im privaten Kreis Kammermusik. Möglicherweise lehnte er sogar ein Angebot zur Flucht ins Ausland ab – Prins fühlte sich nicht als Jude und unterschätzte offenbar die kontinuierlich wachsende Gefahr. Im Februar 1943 wurde er denunziert und daraufhin verhaftet. Er kam zunächst in das Zuchthaus Brandenburg an der Havel, von wo aus er weiter in das KZ Auschwitz verschleppt wurde. Dort starb Hendrik Prins am 29. Juni 1943.
1881 Den Haag
1943 Auschwitz (Konzentrations- und Vernichtungslager)