Hellmuth Düsedau wurde am 5. Januar 1919 in Dresden geboren. Sein Vater war der 1886 geborene Geiger Erich Düsedau, der von 1919 bis zu seinem Tod 1929 Mitglied der Sächsischen Staatskapelle war. Seine Mutter war die 1880 im ungarischen Békéscsaba geborene Antonie Düsedau, geborene Weiß.
Hellmuth Düsedau besuchte als Jugendlicher die Orchesterschule der Staatskapelle und wurde an der Klarinette wie in Musiktheorie und Komposition ausgebildet. Als nach der nationalsozialistischen Machtübernahme 1933 die Schüler des Instituts „rassisch“ überprüft wurden, musste Hellmuth Düsedau 1936/37 die Schule verlassen: Als Sohn einer jüdischen Mutter galt er der nationalsozialistischen Rassenlehre zufolge als „Mischling ersten Grades“.
Um der nationalsozialistischen Verfolgung zu entgehen, floh Hellmuth Düsedau in die USA, wo bereits Verwandte seiner Mutter lebten: In Bremen bestieg der gerade einmal 18-Jährige am 8. Dezember 1937 den Schnelldampfer S.S. Europa, mit dem er am 14. Dezember in New York eintraf. In den folgenden Jahren setzte er seine Ausbildung fort, zunächst am Curtis Institute of Music in Philadelphia, dann am San Francisco State College und schließlich an der New Yorker Columbia University, an der er einen Master-Abschluss als Musikpädagoge erwarb. Von Juni 1941 an war er als Soldat in der US-Armee eingesetzt und zeitweise in London stationiert, wo er die deutschen Bombenangriffe auf die britische Hauptstadt miterlebte.
Nach Kriegsende kehrte Hellmuth Düsedau zunächst nach Philadelphia zurück, ließ sich aber bald in New Jersey nieder. Zugleich suchte er nach seinen in Deutschland zurückgebliebenen Angehörigen. Seine Mutter, die am 11. Januar 1944 von Dresden in das Konzentrationslager Theresienstadt deportiert worden war, hatte die Haft überlebt und siedelte 1947 ebenfalls in die USA über. Auch Seine Schwester Margarethe, die wie er aus der Orchesterschule geworfen worden war, hatte die NS-Zeit überlebt.
Hellmuth Düsedau gründete eine Familie und arbeitete als Klavierstimmer und Leiter der „Piano Technicians Guild“ in New Jersey. Daneben widmete er sich eigenen Kompositionen, die unter anderem von den All Seasons Chamber Players aufgeführt wurden. Am 29. Dezember 2007 ist Hellmuth Düsedau in Paramus, New Jersey gestorben.
1919 Dresden
2007 Paramus, New Jersey