Hans Curjel wurde am 1. Mai 1896 in Karlsruhe als Sohn des Architekten Robert Curjel und seiner Ehefrau Marie, geb. Herrmann geboren. Nach einem Studium der Kunstgeschichte, das er 1920 mit der Promotion abschloss, studierte er am Karlsruher Konservatorium Violine und Dirigieren und erhielt in der Spielzeit 1924/25 ein Engagement als Kapellmeister am privat geführten Schauspielhaus Düsseldorf. Anschließend wirkte er als stellvertretender Direktor der Kunsthalle Karlsruhe, bevor ihn Otto Klemperer 1927 als Dramaturg und Betriebsdirektor an die Krolloper holte. Curjel wurde schnell dessen engster Mitarbeiter und prägte den avantgardistischen Charakter wesentlich mit. Nach der Schließung der Krolloper wirkte er als Gastregisseur an der Städtischen Oper Berlin.
Die nationalsozialistische Machtübernahme im Jahr 1933 beendete seine Karriere in Deutschland, denn Hans Curjel war Jude. Er floh in die Schweiz, wo er in den folgenden Jahren verschiedene Theater leitete. Ab 1948 wirkte er als Dramaturg und Regisseur an deutschen und europäischen Bühnen, betätigte sich als Buchautor insbesondere zum Thema Neue Musik und produzierte Rundfunksendungen. Am 3. Januar 1974 ist Hans Curjel in Zürich gestorben.
1896 Karlsruhe
1974 Zürich