Wahrscheinlich am 18. Oktober 1899 in Wien geboren, wurde Grete Jacobsen von dem Schauspieler und späteren Burgtheater-Direktor Albert Heine ausgebildet. Sie debütierte 1917 an der Volksbühne in Wien, wechselte jedoch 1919 an die von Otto Falckenberg geleiteten Münchner Kammerspiele. Nachdem sie, begünstigt durch ihre geringe Körpergröße und hagere Statur, in Wien überwiegend Kinderrollen gespielt hatte, übernahm sie nun Hauptrollen, etwa als Eliza in George Bernard Shaws Pygmalion und als Viola in William Shakespeares Was ihr wollt. Zudem trat sie in Stummfilmen auf: 1919 in Erik Jan Hanussens Kriminalfilm Hypnose. Hanussens erstes Abenteuer, 1920 in Max Obals Die graue Elster und 1922 in Otto Linnekogels Die Talfahrt des Severin Hoyer.
Auch privat erwies sich München als wichtige Station, lernte sie an den Kammerspielen doch den Schauspieler Erwin Faber kennen, den sie 1921 heiratete. 1926 wurde die gemeinsame Tochter Monica Faber geboren, die nach Kriegsende ebenfalls als Schauspielerin wirkte.
1925 ging das Paar nach Berlin, wo Grete Jacobsen in den folgenden Jahren am Lessing-Theater, am Wallner-Theater, im Theater am Magdeburger Platz und schließlich am Deutschen Theater engagiert war, aber auch Gastspiele am Berliner Staatstheater und am Zürcher Stadttheater absolvierte. 1932 kam sie gemeinsam mit ihrem Mann nach Darmstadt, wo beide an das Hessische Landestheater engagiert wurden. Sie sei, lobte das Darmstädter Tagblatt im September 1932, als „Salondame und Sentimentale“ eine „Vertreterin starker künstlerischer Eigenart“.
Die nationalsozialistische Machtübernahme beendete ihre Karriere in Deutschland, denn Grete Jacobsen galt der NS-Ideologie zufolge als „Halbjüdin“. Zusammen mit ihrem Mann und dem gemeinsamen Kind ging sie nach Düsseldorf, wo Erwin Faber ein Engagement am Städtischen Theater erhalten hatte. 1944 ging die Familie nach Salzburg, wo Grete Jacobsen nach Kriegsende wieder Arbeit fand: Sie wirkte zunächst als Nachrichtensprecherin des Senders Rot-Weiß-Rot und anschließend am Mozarteum in Salzburg, wo sie Sprechunterricht gab.
1950 kehrte die Schauspielerin zurück an die Münchner Kammerspiele. Dort feierte sie Erfolge in Lessings Minna von Barnhelm, in Ferdinand Raimunds Der Bauer als Millionär und in Paul Burkhards beliebter musikalischer Komödie Das Feuerwerk. Am 28. März 2000 ist Grete Jacobsen in München gestorben.
1899 Wien
2000 München