Gertrud Bender wurde am 15. Oktober 1892 in Ludwigshafen geboren. Sie studierte in Mannheim Gesang, debütierte 1915 in Breslau und kam über Engagements in Bern und Köln 1921 als Soubrette an die Stuttgarter Oper. Hier sang sie unter anderem den Cherubino in Mozarts Die Hochzeit des Figaro, das Ännchen in Carl Maria von Webers Der Freischütz und die Yvonne in Ernst Kreneks Jonny spielt auf. 1929 heiratete sie den Dirigenten Joseph Rosenstock, mit dem sie nach Mannheim ging, wo Rosenstock als Generalmusikdirektor tätig war. Gertrud Bender gab Gastspiele und arbeitete als Gesangslehrerin.
Nachdem Rosenstock als Jude 1933 entlassen worden war, ging er als musikalischer Leiter zum Jüdischen Kulturbund nach Berlin und flüchtete 1936 nach Japan. Da Gertrud Bender als „jüdisch Versippte“ keine Engagements mehr bekam, blieben ihr nur Gastspiele. Bei einem Auftritt in Brünn erhielt sie 1935 die Nachricht von ihrem Ausschluss aus der „Reichstheaterkammer“, der das Ende als Künstlerin bedeutete. Sie flüchtete aus Angst vor weiteren Verfolgungen 1937 in die Schweiz und, weil sie keine Aufenthaltserlaubnis bekam, 1939 in die USA. Sie ließ sich in New York nieder, konnte jedoch weder als Sängerin noch als Gesangslehrerin Arbeit finden und musste sich als Haushaltshilfe und Hotelangestellte durchschlagen. Ihre Ehe war an der langen Trennung von ihrem Mann zerbrochen. 1957 kehrte sie, nachdem ihr eine Entschädigung von 5.000.- DM zugesprochen worden war, nach Deutschland zurück. Am 31. März 1965 ist Gertrud Bender in Stuttgart gestorben.
1892 Ludwigshafen
1965 Stuttgart