Georg Singer wurde am 5. August 1896 in Prag geboren. In seiner Heimatstadt studierte er zunächst Klavier und von 1924 bis 1926 Komposition bei Alexander von Zemlinsky. Er begann seine Dirigentenkarriere 1926 am Neuen Deutschen Theater in Prag mit einer Aufführung von Eduad Kienzls Oper Der Evangelimann. 1929 wechselte Singer an das Hamburger Stadttheater. Hier debütierte er im Januar 1930 mit einer Aufführung von Jaromír Weinbergers Oper Schwanda der Dudelsackpfeifer und trat häufig auch als Klavierbegleiter in Erscheinung. Die Presse lobte Singers „Eifer und Hingabe an die Arbeit“ und urteilte, „die ganze Art dieses temperamentvollen […] Dirigierens erinnert an Egon Pollak.“
Als Jude wurde Georg Singer im Sommer 1933 aus seiner Stellung am Stadttheater entlassen. Er ging in die Tschechoslowakei und wirkte kurzzeitig an den Opern in Teplitz und Brünn, bevor er 1934 nach Prag zurückkehrte. Nach der Besetzung der Tschechoslowakei durch deutsche Truppen im März 1939, floh Singer im selben Jahr illegal nach Palästina, das zu diesem Zeitpunkt noch britisches Mandatsgebiet war.
Dort gehörte er zu den Gründern der Palestine Folk Opera und dirigierte die großen Orchester des Landes, allen voran das Palestine Symphony Orchestra, den Vorgänger des heutigen Israel Philharmonic Orchestra. Nach Kriegsende unternahm er zudem ausgedehnte Konzertreisen nach Europa, in die USA sowie in die Sowjetunion und kehrte für einige Auftritte auch nach Deutschland zurück: Er spielte sowohl mit dem Hamburger Radio-Sinfonieorchester wie auch mit Rundfunk-Sinfonieorchester in Leipzig. In den 1950er und 1960er Jahren trat er zudem als Komponist in Erscheinung.
Am 1. Oktober 1980 ist Georg Singer in Tel Aviv gestorben.
1896 Prag
1980 Tel Aviv