Georg Katz wurde am 15. August 1887 in Wilna geboren. Sein erstes Bühnenengagement erlangte er anscheinend im Jahr 1912 am Stadttheater in Kaiserslautern, wo er zugleich als Bibliothekar arbeitete. Später zog nach Berlin, wo er von 1914 bis 1917 im Chor des Theaters am Nollendorfplatz wirkte. Im Verlauf des Jahres 1917 gelangte Katz zum Militär und befand sich noch im selben Jahr, möglicherweise als Teil des deutschen Asien-Korps, als Soldat in Konstantinopel, dem heutigen Istanbul. Nach Ende des Ersten Weltkriegs kehrte er nach Berlin zurück und wirkte 1920/21 im Chor des dortigen Thalia-Theaters.
Im Dezember 1924 wurde der Musiker schließlich als Chorsänger an die Berliner Staatsoper verpflichtet, wo als zweiter Bass eingesetzt wurde. Georg Katz’ Name findet sich auf der „Judenliste“ der Nazi-Betriebszelle an der Staatsoper. Im Juni 1933 wurde er aufgrund des „Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums“ entlassen. Ein Schreiben an die Intendanz, das er zusammen mit seinen Kollegen Josef Brotmann und Max Lexandrowitsch verfasste, da die zugesagten Pensionszahlungen nicht erfolgt waren, blieb unbeantwortet.
In den folgenden Jahren betätigte sich der Sänger aktiv im Chor des Jüdischen Kulturbundes, dem er bis zu dessen Auflösung 1941 angehörte. Georg Katz blieb in Berlin und fiel der nationalsozialistischen Verfolgung zum Opfer: Am 25. Februar 1944 ist er dort unter ungeklärten Umständen gestorben.
1887 Wilna
1944 Berlin