Fritz Rothschild wurde am 15. April 1905 in Freiburg als Sohn des Weinhändlers Julius Rothschild und seiner Ehefrau Bertha, geb. Kahn, geboren. Nach seinem Musikstudium in Stuttgart arbeitete er unter anderem als freiberuflicher Gastkorrepetitor an der Oper. Die nationalsozialistische Machtübernahme nahm ihm als Jude jede Möglichkeit zur Ausübung seines Berufes an einer deutschen Bühne. Ab 1934 betätigte sich Fritz Rothschild deshalb als Sekretär und Musiker in der Stuttgarter Jüdischen Gemeinde, bevor er 1938 aus Europa flüchtete: Von Rotterdam aus fuhr er an Bord des Passagierdampfers Nieuw Amsterdam nach New York, wo er am 15. Dezember 1938 eintraf. Seine in Deutschland verbliebene Familie wurde Opfer des Holocaust: Rothschilds Mutter war zunächst nach Amsterdam geflohen, von wo aus sie im Januar 1943 zunächst in das das Konzentrationslager Westerbork und anschließend in das Vernichtungslager Sobibor deportiert wurde; der Vater war bereits 1931 gestorben. Fritz Rothschilds Geschwister Robert und Elisabeth Luise wurden ebenfalls in die Vernichtungslager verschleppt und dort mit ihren Ehepartnern und den gemeinsamen Kindern ermordet.
Fritz Rothschild blieb in den USA und arbeitete in den folgenden Jahrzehnten als Klavierlehrer und Korrepetitor, in einem Musikverlag und einer Klavierfabrik. Zusammen mit seiner Ehefrau, der 1916 geborenen und ebenfalls in die USA emigrierten Margot Rothschild, ließ er sich im New Yorker Stadtteil Queens nieder. Im Juli 1981 ist Fritz Rothschild gestorben.
1905 Freiburg im Breisgau
1981 New York