Das technische Personal des Hessischen Landestheaters Darmstadt wurde in einer systematischen Aktion von allen als feindlich angesehenen Personen gesäubert. Dazu wurde am 12. Juni 1933 zunächst den Arbeitern und Angestellten ohne Angabe von Gründen zum 31. Juli 1933 gekündigt und in den folgenden Wochen jeder auf seine politische Vergangenheit und Abstammung hin überprüft. Die von einem politischen „Bereinigungsausschuss“ als jüdisch oder politisch missliebig eingestuften Mitarbeiter wurden nicht wieder eingestellt.
Am 26. April 1902 in Darmstadt geboren, arbeitete der gelernte Schlosser seit 1925 als Bühnenarbeiter am Hessischen Landestheater Darmstadt. Als Mitglied von SPD, Gewerkschaft und Roter Hilfe wurde Treusch am 7. Juli 1933 entlassen, nachdem er bereits im Juni das Opfer eines brutalen SA-Überfalls im Darmstädter Herrngarten geworden war. Ab 1934 als Erdarbeiter beim Autobahnbau eingesetzt, gelang es ihm erst 1936, bei der Maschinenfabrik Schenck wieder eine feste Anstellung zu bekommen. Er überlebte den Krieg und arbeitete ab 1946 als Hausmeister bei der Darmstädter Polizei. 1950 verliert sich seine Spur. 1964 ist Friedrich Treusch in Darmstadt gestorben.
1902 Darmstadt
1964 Darmstadt