Flora Oberländer wurde am 29. August 1900 als mittleres von drei Kindern der Eheleute Ludwig und Emma Oberländer, geb. Krämer, in Berlin geboren und erhielt ihre musikalische Ausbildung zwischen 1924 und 1928 an der Staatlichen akademischen Hochschule für Musik in Berlin. Im Anschluss wirkte sie als Sängerin und Musikpädagogin in ihrer Heimatstadt. 1927 und 1928 sang sie im Chor der Bayreuther Festspiele.
Als Jüdin war Flora Oberländer nach 1933 der nationalsozialistischen Verfolgung ausgesetzt: 1935 wurde ihr Name auf einer Liste der „Reichsmusikkammer“ mit „nicht arischen“ Musikern vermerkt. Noch im selben Jahr, am 3. September, wurde sie auf Grundlage der „Ersten Verordnung zur Durchführung des Reichskulturkammergesetzes“ aus der Kammer ausgeschlossen. Das bedeutete Berufsverbot. In den folgenden Jahren musste Flora Oberländer mehrfach ihren Wohnsitz innerhalb Berlins wechseln, zuletzt war sie in der Mackensenstraße – heute Else-Lasker-Schüler-Straße – in Berlin-Schöneberg registriert.
Nachdem die deutschen Behörden damit begonnen hatten, Juden zur Zwangsarbeit zu verpflichten, wurde Flora Oberländer zum Einsatz als Arbeiterin im AEG-Konzern gezwungen, wo sie zuletzt in einer-Fernkabel- und Apparatefabrik arbeitete.
Am 26. Oktober 1942 wurde Flora Oberländer mit dem Transport 22 von Berlin ins Ghetto Riga deportiert. Nach dreitägiger Fahrt wurden die insgesamt 798 Insassen des Transports am Stadtrand von Riga aus den überfüllten Güterwaggons getrieben und kurz nach ihrer Ankunft sämtlich in nahe gelegenen Waldgebieten erschossen.
1900 Berlin
1942 Riga (Ghetto)