Das technische Personal des Hessischen Landestheaters Darmstadt wurde in einer systematischen Aktion von allen als feindlich angesehenen Personen gesäubert. Dazu wurde am 12. Juni 1933 zunächst den Arbeitern und Angestellten ohne Angabe von Gründen zum 31. Juli 1933 gekündigt und in den folgenden Wochen jeder auf seine politische Vergangenheit und Abstammung hin überprüft. Die von einem politischen „Bereinigungsausschuss“ als jüdisch oder politisch missliebig eingestuften Mitarbeiter wurden nicht wieder eingestellt.
Am 12. Januar 1897 in Darmstadt geboren, arbeitete Ferdinand Heeger als Bühnenhandwerker am Hessischen Landestheater Darmstadt. Er gehörte der SPD an und war in der „Eisernen Front“ organisiert. In dieser Organisation vereinigten sich im Dezember 1931 der republikanische Wehrverband „Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold“, Gewerkschaften und Arbeitersportvereine zur „Überwindung der faschistischen Gefahr“. 1933 wurde er wegen seiner politischen Betätigung entlassen. Er arbeitete ab 1936 beim Chemieunternehmen Röhm & Haas. Nach Kriegsende war er bis zu seiner Pensionierung 1962 wieder am Theater angestellt. Sein weiterer Lebensweg ist bislang ungeklärt.
1897 Darmstadt