Ferdinand Christophory wurde am 7. April 1885 in Mamer geboren, einer Kleinstadt im Großherzogtum Luxemburg. Er begann seine Karriere als Schauspieler: 1907 war er am Stadttheater in Lüneburg, ab 1909 am Stadttheater Heidelberg und 1912 am Stadttheater Osnabrück, wo er sowohl als Schauspieler wie als Sänger, Chorist, Sekretär und Bibliothekar eingesetzt war.
1914 wurde er ans Stadttheater Bremen engagiert und sang dort im Opernchor bei den ersten Tenören. 1915 schließlich gelangte er als Solist an das Hamburger Stadttheater. Dort vertrat er ab 1920 außerdem die Interessen der Ensemblemitglieder in der Künstlergewerkschaft „Deutsche Bühnengenossenschaft“ und bei der Pensionskasse, wobei er für viele Jahre als Vorsitzender der für die Hamburger Oper zuständigen Abteilung der Bühnengenossenschaft fungierte.
Wegen dieses politischen Engagements wurde er, wie der ehemalige Intendant Leopold Sachse später bestätigte, im Sommer 1933 entlassen. Er sei, so Sachse, ein „fähiger Gewerkschaftsfunktionär“ gewesen, „der aus diesem Grund vom Hitler-Regime verfolgt wurde.“
1942 und 1943 trat Christophory bei einigen Aufführungen des Harburger Theaters auf. Kurz vor Ende des Krieges wurde er zum Militär eingezogen und geriet in französische Kriegsgefangenschaft. Nach Kriegsende kehrte er nach Hamburg zurück und gehörte zu denjenigen Aktivisten, die im Juni 1946 als erste die Neugründung der Künstlergewerkschaft in der britischen Besatzungszone vorantrieben. Am 14. November 1974 ist Ferdinand Christophory in Hamburg gestorben.
1885 Mamer
1974 Hamburg