Der am 23. Juni 1895 in Fürth geborene Eugen Gürster nahm nach dem Abitur ab 1915 als Soldat am Ersten Weltkrieg und begann anschließend ein Studium der Musikwissenschaft, Archäologie und Philologie in München. Er beendete sein Studium 1923 mit einer Promotion über den österreichischen Dramatiker Ferdinand Raimund, bevor er 1924 eine Stelle als Dramaturg in Breslau antrat und zudem als Journalist und Schriftsteller publizierte. 1932 kam er als Dramaturg an das Hessische Landestheater Darmstadt, wo er bereits im Juni 1933 aus politischen Gründen entlassen wurde.
Gürster floh in die Schweiz und publizierte unter Pseudonym zahlreiche Artikel für Zeitungen, Zeitschriften und den Rundfunk. Seine Schriften Die Zukunft der Freiheit, Die Judenfrage eine Christenfrage und Die Rolle des Bösen in der Weltgeschichte standen in Deutschland auf der Liste des „unerwünschten Schrifttums“. Nachdem ihm 1941 die deutsche Staatsbürgerschaft entzogen und sein Doktortitel aberkannt worden waren, verließ Gürster Europa und emigrierte in die USA. Dort betätigte er sich als Autor in der Emigrantenzeitung Aufbau und lehrte an Colleges.
1952 kehrte er nach Deutschland zurück und trat dem Auswärtigen Dienst bei. Von 1953 bis 1959 wirkte er als Kulturattaché der Bundesrepublik in London und anschließend bis 1962 in gleicher Funktion in Wien. Am 1. Mai 1980 ist Eugen Gürster in München gestorben.
1895 Fürth
1980 München