Ernst Waldow wurde am 22. August 1893 als Sohn des Schauspielers Carl de Wolff in Berlin geboren. Nach seinem Schauspielstudium debütierte er 1913 am Lessingtheater in Berlin und spielte anschließend an zahlreichen Theatern, unter anderem in Lübeck, Leipzig, Bremen, Hamburg und Dresden. 1927 erhielt er ein Engagement am Stuttgarter Landestheater, wo er bald zu den bekanntesten Darstellern zählte.
Im Juli 1933 wurde Waldow verhaftet und durch die Kriminalpolizei verhört. Der Vorwurf lautete auf „Sittlichkeitsvergehen im Sinne des § 175 RStGB“ – Ernst Waldow hatte offenbar „homosexuellen Umgang“. Die Kriminalpolizei verfolgte aufgrund der Denunziation eines NSDAP-Parteigenossen und Schauspielerkollegen insgesamt neun Männer, von denen außer Waldow noch vier weitere dem Ensemble des Landestheaters angehörten. Bei den langen, demütigenden Verhören mussten die wegen „Verdunkelungsgefahr“ Inhaftierten in allen Einzelheiten über ihre Beziehungen zu Männern berichten. In dem folgenden Gerichtsverfahren bekannte Waldow sich schuldig und wurde zu einer Haftstrafe verurteilt. Allen Mitgliedern des Theaters wurde gekündigt, auch wenn ihnen keine homosexuellen Beziehungen nachgewiesen werden konnten.
Nach seiner Entlassung aus der Haft verließ Waldow Stuttgart und ging 1934 nach Berlin, wo er am Lessingtheater und am privaten Theater Tribüne auftrat. Zudem begann er eine überaus erfolgreiche Karriere als Filmschauspieler, die bis in die 1960er Jahre anhielt. Ernst Waldow starb bei Dreharbeiten am 5. Juni 1964 in Hamburg.
1893 Berlin
1964 Hamburg