Dorothea Kämmerer wurde am 22. Oktober 1913 in Posen geboren. Im August 1932 kam sie als Schauspielschülerin an das Stuttgarter Landestheater. Bei einem Besuch im Wilhelmsbau-Kaffee am 24. Juni 1933 blieben ihr Vater und sie beim Deutschlandlied sitzen und „widersetzten“ sich mit „abfälligen Bemerkungen“, als SS-Leute sie deswegen zur Rede stellten. Beide wurden verhaftet. Vier Tage später war Dorothea Kämmerer entlassen.
Bis 1940 gelang es der Schauspielerin noch, Gastengagements an kleineren Theatern zu erlangen: 1934/35 am Stuttgarter Schauspielhaus und anschließend am Stadttheater Osnabrück, das seit 1933 unter dem Namen „Deutsches Nationaltheater“ firmierte. 1937/38 spielte sie im Kurtheater Bad Wildbad und 1940/41 am Stadttheater in Memel, dem heutigen Klaipėda in Litauen. Seit 1941 war sie mit dem Schauspieler Walter Teelen verheiratet, der jedoch zum Militär eingezogen wurde und 1942 im Zweiten Weltkrieg ums Leben kam.
Dorothea Kämmerer überlebte den Krieg und blieb mit ihren beiden Kindern in Stuttgart. Ihren Lebensunterhalt verdiente sie als Sängerin in einem amerikanischen Offiziersklub, dessen Leitung sie später übernahm. Bei einem Gastauftritt von Künstlern des Württembergischen Landestheaters in diesem Klub lernte sie 1946 den Schauspieler Friedrich Schoenfelder kennen, den sie wenige Wochen nach dieser Begegnung heiratete. Aus der Ehe gingen zwei gemeinsame Kinder hervor.
Da Friedrich Schoenfelder als Theater- und Filmschauspieler wie als Synchronsprecher überaus erfolgreich war, folgte die Familie seinen Engagements: 1951 zogen sie gemeinsam nach Frankfurt am Main und später nach West-Berlin. Dort ist Dorothea Schoenfelder, geb. Kämmerer, am 24. Oktober 1973 gestorben.
1913 Posen
1973 Berlin