David Cantor wurde am 28. September 1896 in Grzymałów, geboren, das damals zu Österreich-Ungarn gehörte. Der Tenor gehörte seit der Spielzeit 1926/27 zum Chor des Stadttheaters, wo er unter dem Namen Donis Kant auftrat.
David Cantor war mit der Sängerin Martha Leue verheiratet, die am 12. Oktober 1910 als Tochter des Musikers August Leue und seiner Ehefrau Mathilde, geb. Meyer, in Görlitz geboren worden war. Auch sie gehörte seit 1929 als Sopranistin zum Chor des Hamburger Stadttheaters und blieb bis 1937 im Ensemble.
Im Sommer 1934 wurde David Cantor wegen seiner jüdischen Herkunft zusammen mit den letzten verbliebenen jüdischen Chormitgliedern entlassen. Das Protokoll des Aufsichtsrats für das Stadttheater vom 20. August 1934 vermerkte dazu eine Frage des Vorsitzenden, ob „im Chorpersonal noch nichtarische Mitglieder seien“. Die Antwort der Theaterleitung war eindeutig: „Generalintendant Strohm verneint diese Frage.“
Ohne berufliche Perspektive und angesichts des zunehmenden Verfolgungsdrucks entschlossen sich David Cantor und seine Ehefrau zur Flucht: Auf der S.S. Washington, einem Passagierdampfer im Transatlantik-Liniendienst, reiste das Paar von Hamburg über Southampton nach New York, wo sie am 24. Juni 1938 eintrafen. 1942 lebten sie in Wilkes-Barre, einer Kleinstadt im US-Bundesstaat Pennsylvania, in der David Cantor in einer Synagoge arbeitete. 1944 erhielt der Musiker die amerikanische Staatsbürgerschaft und lebte Gemeinsam mit seiner Frau im New Yorker Stadtteil Brooklyn. 1963 zogen sie nach Florida und ließen sich in Hollywood nieder, einer Stadt nördlich von Miami. Dort ist David Cantor am 29. November 1965 gestorben. Seine Witwe, Martha Cantor, starb am 19. November 2002 im nahe gelegenen Boca Raton.
1896 Hrymailiv (Grzymałów)
1965 Hollywood, Florida