Barend Esriël Samuels wurde in Paramaribo, der Hauptstadt der damaligen niederländischen Kolonie Surinam, als Sohn jüdischer Eltern geboren. Als er zwei Jahre alt war, übersiedelte die Familie nach Amsterdam. Nach einer abgeschlossenen Ausbildung zum Goldschmied und zum Diamantschleifer ließ sich Samuels bei seinem Vater im Flötenspiel unterrichten. Er setzte sein Studium bei Ary van Leeuwen, Jacques de Jong, und J. M. S. Heuckeroth fort und fand seine erste Anstellung am Orchester in Amsterdam. Später wirkte er als Flötist in den Orchestern von Arnheim, Groningen und Utrecht.
1904 wurde Samuels als 1. Flötist an das Städtische Orchester Essen verpflichtet. In dieser Zeit änderte er vermutlich seinen Vornamen und trat fortan als Bernard Samuels auf. Felix Mottl, der Karlsruher Generalmusikdirektor und Bayreuther Festspieldirigent, wurde auf den Flötisten aufmerksam und veranlasste seine Berufung zu den Festspielen. Zwischen 1906 und 1911 war Samuels Mitglied aller Festspielorchester. Von 1910 bis wahrscheinlich 1919 war er 1. Flötist am Großherzoglichen Hoftheater Schwerin. Später kehrte Bernard Samuels in die Niederlande zurück und lebte mit seiner Frau Sophia Samuels-Zendijk und den beiden Töchtern Reina Sophia und Celina Hester in Zeist bei Utrecht.
Mit der deutschen Besetzung Hollands 1940 galten auch im neu geschaffenen „Reichskommissariat Niederlande“ die deutschen „Rassegesetze“: Im Mai 1942 begann die Deportation der holländischen Juden in Konzentrations- und Vernichtungslager. Bernard Samuels und seine Frau wurden zuerst in das Durchgangslager Westerbork, dann im Spätsommer 1943 weiter ins KZ Bergen-Belsen deportiert. Am 27. Januar 1944 wurden beide in das KZ Theresienstadt verschleppt. Bernard Samuels starb dort am 22. Juli 1944, seine Frau Sophia am 2. April 1945, fünf Wochen vor der Befreiung des Lagers. Auch ihre beiden Töchter überlebten die Verfolgung nicht: Celina Hester (geb. 1902) wurde am 16. April 1943 im Vernichtungslager Sobibor ermordet, Reina Sophia (geb. 1898) starb am 22. Oktober 1943 im KZ Auschwitz.
1872 Paramaribo
1944 Theresienstadt (Konzentrationslager)