Am 12. Mai 1899 in Wien geboren, wirkte die Sängerin und Schauspielerin von 1918 bis 1920 zunächst in kleineren Rollen am Stadttheater und der Sommerarena in Baden und gastierte gelegentlich in ihrer Heimatstadt am Stadttheater in der Wiener Neustadt. Im September 1922 wurde sie festes Ensemblemitglied am Josefstädter Theater in Wien, dem sie bis 1924 angehörte. 1925 ging sie mit einem Wiener Tourneetheater auf Gastspielreise durch die Tschechoslowakei, Ungarn, Polen und Italien. Im selben Jahr wurde sie an die Landesbühne in Linz engagiert, wo sie schnell zur „Hauptstütze des Ensembles“ aufstieg. Zwischen 1926/27 und 1933 wirkte sie dann an verschiedenen Dresdner Bühnen: am Komödienhaus, am Residenztheater und 1932/33 am Centraltheater. Außerdem war sie zwischen 1929 und 1932 als Sprecherin an verschiedenen Rundfunkhörspielen der Mitteldeutschen Rundfunk AG in Leipzig beteiligt. Am 26. Juli 1932 heiratete sie den aus Dresden stammenden Ingenieur Hermann Herzfeld.
Weil sie Jüdin war, durfte sich Bella Erdoes nach der nationalsozialistischen Machtübernahme 1933 nur noch in Veranstaltungen des Jüdischen Kulturbundes betätigen: Im Herbst 1933 trat sie in Dresden bei einem Operettenabend auf, im November 1934 wirkte sie in einer Aufführung von Offenbach-Stücken mit, im März 1936 und im Januar 1937 gestaltete sie Liederabende. Zudem trat sie an kleineren Bühnen in Wien und Prag mit einem Programm von Volksliedern in Erscheinung, bis die Annexionen Österreichs und der Tschechoslowakei auch dies unmöglich machten.
Wie Bella Erdoes die nationalsozialistische Verfolgung überlebte, ist bislang ungeklärt. Sicher jedoch ist, dass sie gemeinsam mit ihrem Ehemann am 2. Oktober 1947 per Flugzeug nach Miami, Florida gelangte und sich in den USA niederließ. Spätestens ab 1950 lebte das Paar im kalifornischen San Francisco, wo Bella Erdoes als Verkäuferin arbeitete. Im Februar 1953 nahm sie die amerikanische Staatsbürgerschaft an. Am 22. Mai 1957 ist Bella Erdoes in San Francisco gestorben.
1899 Wien
1957 San Francisco