Arved Kurtz wurde am 29. Juni 1899 im russischen St. Petersburg als ältestes Kind einer Musiker-Familie geboren. Sein Bruder Efrem wurde später ein international gefeierter Dirigent, seine Schwester Mary Konzertviolinistin und sein Bruder Edmund ein erfolgreicher Cellist und Musikprofessor. Die Familie floh vor der Oktoberrevolution aus St. Petersburg und gelangte nach Berlin. Hier fand Arved Kurtz seine erste feste Anstellung im Orchester der Staatsoper. Zuvor hatte der Geiger seine Ausbildung in Berlin und Paris abgeschlossen und war einige Zeit als Kammermusiker und Solist aufgetreten. 1931 wurde er erstmals zu den Bayreuther Festspielen eingeladen, sein zweiter Auftritt im Jahr 1933 war allerdings gleichzeitig sein letzter: Arved Kurtz war Jude.
Im Dezember 1933 heiratete er in Berlin seine Verlobte Suzanne, die als Übersetzerin für das liberale Berliner Tageblatt arbeitete. Kurze Zeit später verließ das Paar Deutschland. Sie lebten einige Zeit unter schwierigen finanziellen Verhältnissen in Den Haag, wo die Eheleute auf ein Einreisevisum in die USA warteten. Anfang 1934 verließen sie die Niederlande, um bei einer Tante von Suzanne Kurtz in London unterzukommen. Hier gab Arved Kurtz im April noch ein erfolgreiches Konzert in der Wigmore Hall. Nachdem die befristete Aufenthaltsgenehmigung für England abgelaufen war, lebte das Paar in ständiger Angst, wieder nach Deutschland zurückgeschickt zu werden. Im August 1934 konnten sie schließlich in die USA emigrieren.
Der Beginn in New York war schwierig: Arved Kurtz sprach kaum Englisch und fand keine Arbeit. Schließlich erhielt er eine befristete Anstellung bei der Columbia Broadcasting Company. Kurze Zeit später wurde ihm durch Vermittlung seines jüngsten Bruders Edmund eine Stelle als leitender Lehrer für Violine am Elder Konservatorium von Adelaide angeboten. Arved Kurtz nahm an und erreichte mit seiner Frau im Frühjahr 1935 Australien. Neben seiner Tätigkeit für das Konservatorium unternahm Kurtz für den australischen Rundfunk in den folgenden Jahren mehrere Tourneen durch den Kontinent. 1938 kehrte das Paar in die USA zurück. Arved Kurtz wurde Direktor, später Präsident des New York Institute of Music und trat bis ins hohe Alter bei Konzerten auf. Er starb am 23. März 1995 in New York.
1899 St. Petersburg
1995 New York