Arnold Rosé wurde als Arnold Josef Rosenblum 1863 im heutigen Rumänien geboren. Die Familie siedelte Ende der 1860er-Jahre nach Wien über. Nach seiner Ausbildung am Konservatorium des Musikvereins debütierte er 1879 in Leipzig als Mitglied des Gewandhausorchesters. 1881 erhielt er ein Engagement an der Wiener Hofoper und wurde nach kurzer Zeit – erst 17-jährig – zum 1. Konzertmeister des Hofopernorchesters und der Wiener Philharmoniker ernannt. Er wurde zu einer regelrechten Sensation und gehörte schon nach wenigen Jahren zur musikalischen Elite Wiens. Internationalen Ruhm erlangte Arnold Rosé, wie er sich seit 1882 nannte, mit dem von ihm gegründeten Rosé-Quartett, dem auch sein Bruder Eduard kurzzeitig angehörte.
1889 kam auch die Bayreuther Festspielleitung nicht mehr daran vorbei, Rosé einzuladen und ihn mit der Position des Konzertmeisters zu betrauen. Aber wegen seiner jüdischen Herkunft war seine Rolle umstritten, was sich an den wiederkehrenden Debatten um seine Verpflichtung ablesen lässt: „Also Rosé wieder! Na, in Gottes Namen“, kommentierte 1893 Cosimas Lieblingsdirigent Felix Mottl. 1895 hieß es: „Wenn Rosé nicht kommt, so ist’s kein großer Schaden! Ein Jud’ weniger!“ 1896 trat Arnold Rosé zum letzten Mal in Bayreuth auf.
1902 heiratete er Justine, die Schwester Gustav Mahlers. Im selben Jahr wurde ihr Sohn Alfred, 1906 ihre Tochter Alma geboren. Bis 1938 setzte Arnold Rosé, seit 1903 auch Mitglied der Wiener Hofmusikkapelle, seine Wiener Karriere erfolgreich fort. Dann fand sie ein abruptes Ende. Am 18. März entband ihn die Direktion der Staatsoper mit sofortiger Wirkung seines Amtes, woraufhin er um seine Pensionierung bat. Rosé war, wie er bitter kommentierte, „nach 57 Jahren Oper, 56 Jahren Quartett und 44 Jahren Hofmusikkapelle in den Ruhestand versunken, ohne Sang und Klang“. Im August 1938 starb seine Frau Justine. Unter großen Schwierigkeiten gelang Arnold Rosé 1939 die Flucht nach London. Hier konnte er zwar wieder auftreten, sprach aber kaum Englisch, war auf die finanzielle Unterstützung von Freunden angewiesen und hatte unter den deutschen Bombenangriffen zu leiden.
Arnold Rosés Versuche, nach dem Krieg eine Entschädigung zu erhalten, scheiterten. Er hatte im August 1945 bei den österreichischen Behörden angefragt, welche Möglichkeiten bestünden, das ihm zugefügte Unrecht wieder gutzumachen. Die von der Staatsoper vorgeschlagene neuerliche Anstellung für ein „aktives Ehrenjahr“ lehnte der vertriebene Musiker ab und bat um die Auszahlung seiner Pension. Daraufhin wurde ihm mitgeteilt, dass diese nur auf ein österreichisches Konto überwiesen und nur in Österreich ausgezahlt werden könne. Eine Überweisung ins Ausland sei nicht möglich. Über dieser Auseinandersetzung starb Arnold Rosé am 25. August 1946 in London. Sein Bruder Eduard Rosé war bereits 1943 im KZ Theresienstadt ums Leben gekommen, seine Tochter Alma Rosé 1944 im KZ Auschwitz ermordet worden.
1863 Jassy
1946 London