Am 19. Mai 1893 im österreichischen Ach geboren, wirkte der Schauspieler seit den 1920er Jahren an den Theatern in Mainz und Stettin – dem heutigen Szczecin in Polen –, bevor er 1934 ans Hessische Landestheater Darmstadt kam.
Da seine Ehefrau aus einer jüdischen Familie stammte, galt Gaugl der nationalsozialistischen Ideologie zufolge als „jüdisch versippt“ und wurde daher im Januar 1937 aus der der Zwangsorganisation der Reichskulturkammer ausgeschlossen: Er besitze, so teilten ihm die Mitarbeiter dieser NS-Zwangsorganisation mit, nicht die „nach der Reichskulturkammergesetzgebung erforderliche Zuverlässigkeit und Eignung im Sinne der nationalsozialistischen Staatsführung“. Zwar konnte er mit einer Sondergenehmigung noch bis zur Ende der Spielzeit 1937 am Theater bleiben, dann jedoch war seine Karriere in Deutschland beendet.
Gaugl ging zunächst nach Wien, wo die Familie seiner Ehefrau lebte, konnte dort jedoch keine Anstellung finden. 1939 ging er für eine Spielzeit an das Stadttheater von Bern, 1941 erhielt er ein Engagement an das Stadttheater von Mährisch-Ostrau, dem heutigen Ostrava in Tschechien. Ab 1942 spielte er, erneut mit einer Sondergenehmigung, am Neuen Schauspielhaus in Wien, wo er bis Kriegsende blieb. Ab 1950 wirkte er dann am Stadttheater in Klagenfurt, bevor er 1954 ans Wiener Volkstheater ging. Am 8. Februar 1961 ist Anton Gaugl in Wien gestorben.
1893 Ach
1961 Wien