Der am 4. Februar 1901 in Berlin geborene Geiger gehörte seit 1925 zu den ersten Violinen des Berliner Staatsopern-Orchesters. Von der Nazi-Betriebszelle an der Oper auf deren „Judenliste“ verzeichnet, wurde er im Juni 1933 in den vorzeitigen Ruhestand versetzt. Krips entschloss sich zur Flucht: Von Cherbourg aus gelangte er auf dem Dampfer Bremen nach New York, wo er am 19. Januar 1934 eintraf. Kurz darauf ließ er sich in Brookline, einem Vorort von Boston, nieder. Am 19. September 1937 heiratete er die 1911 dort geborene Helen Wallace, die einer jüdisch-russischen Emigrantenfamilie entstammte.
Alfred Krips konnte an seine musikalische Karriere anknüpfen und eine Stelle als Geiger des Boston Symphony Orchestra erlangen, zu dessen zweitem Konzertmeister er avancierte. Bis 1970 absolvierte er zahllose Auftritte als Solist nicht nur dieses Ensembles sondern auch des Boston Pops Orchestra und betätigte sich daneben als Musiklehrer. Am 9. September 1979 ist Alfred Krips in Brookline gestorben.
1901 Berlin
1979 Brookline, Massachusetts