Das technische Personal des Hessischen Landestheaters Darmstadt wurde in einer systematischen Aktion von allen als feindlich angesehenen Personen gesäubert. Dazu wurde am 12. Juni 1933 zunächst den Arbeitern und Angestellten ohne Angabe von Gründen zum 31. Juli 1933 gekündigt und in den folgenden Wochen jeder auf seine politische Vergangenheit und Abstammung hin überprüft. Die von einem politischen „Bereinigungsausschuss“ als jüdisch oder politisch missliebig eingestuften Mitarbeiter wurden nicht wieder eingestellt.
Am 20. Januar 1875 in Haaren in eine jüdische Familie geboren, arbeitete Albert Jonas von 1915 bis 1923 als Portier am Hessischen Landestheater Darmstadt und ging dann für einige Jahre nach Südamerika. Nach seiner Rückkehr war er ab 1932 als Logenschließer erneut am Theater angestellt, wo er mit seiner Ehefrau Mina, geb. May, und den zwei Kindern in der Taunusstraße lebte.
Nach der nationalsozialistischen Machtübernahme wurde er aufgrund seiner jüdischen Herkunft im Juli 1933 entlassen: Der Entwurf einer Entlassungsliste trägt den Vermerk „muss raus, da Eltern Juden waren.“ 1941 ist Albert Jonas in Darmstadt gestorben. Seine Ehefrau Mina wurde am 25. März 1942 von Darmstadt in das Ghetto Piaski in Polen deportiert. Dort verliert sich ihre Spur.
1875 Haaren (Aachen)
1941 Darmstadt